Mittwoch, 31. August 2011
Einige von euch werden sich gerade sicherlich fragen, warum ich nach nicht mal einer Woche schon Dankesschreiben in meinem Blog verfasse. Aber bei Hr. Qiu mache ich da mal diese Ausnahme, denn ohne ihn, wären wir hier komplett und zwar komplett (!!!) aufgeschmissen. Er hat das Studium vor einigen Jahren selbst absolviert und ist seitdem an der Hochschule hier angestellt.
Dabei vereint er alles in einer Person:
- Dolmetscher
- Bürokraft
- kann (fast) alles besorgen (vom Zugticket bis zum Büromaterial (mit A ist mir nichts eingefallen;-))
- „Reiseführer“
- Verbindungsperson zur Hochschulleitung
- und vieles mehr…
Es fällt schwer, alles aufzuzählen, was er noch so macht. Und egal was und wann (spät abends oder früh morgens) man fragt, er ist immer nett, lächelt und erledigt die Dinge, sodass man sich 100% drauf verlassen kann.

Daher also schon an dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an Hr. Qiu im Namen aller Tutoren.

Hier ein Bild, damit man auch ein Gesicht hat






Am Montag stand unser erster Arbeitstag an. Da immer vier Tutorien zur gleichen Zeit stattfinden und wir fünf Tutoren sind, ist ein Tutor immer als Assistenzkraft im Büro beschäftigt. Die ersten zwei Wochen bin ich hierfür zuständig, daher kann ich euch noch nicht berichten, wie es ist, vor 45 Chinesen zu stehen und mit Ihnen zu arbeiten. Laut Erzählungen der anderen macht es aber enorm viel Spaß, auch wenn es doch einigermaßen anstrengend ist. Im Büro kontrolliere ich Schreiben und anderen Schriftverkehr der chinesischen Kollegen auf sprachliche Richtigkeit usw., also eine Büroarbeit wie in Deutschland auch.
Außerdem habe ich ein Börsenplanspiel für das ältere Semester entwickelt, welches im September starten soll, eine ganz nette Aufgabe, ich bin gespannt, wie es bei den Chinesen ankommt.

Unser Büro


Gestern, also am Dienstag, waren wir dann zum ersten Mal auf dem Nachtmarkt hier in Tai´an, ein absolutes Highlight. Gerade wenn man wie ich aus der riesigen Metropole Marbeck (hierzu bitte keine Kommentare ;-)) kommt, wo man ein Straßenleben so ja nicht unbedingt gewohnt ist, erlebt man einen kleinen Schock.
Unsere Leute aus der Großstadt Hamburg kennen zwar "Rummel" auf der Straße, aber selbst für sie war das etwas neues. Ihr seht also, Marbeck bereist die Welt ;-)
Auf dem Markt gibt es einfach alles, vor allen Dingen viel zu essen. Da konnten wir natürlich auch nicht widerstehen. Und auch hier blieb die von vielen in der Heimat so oft befürchtete und mir angedrohte negative Auswirkung des Essens komplett aus.
Ganz im Gegenteil, es war richtig, richtig lecker. Wir wussten zwar bei vielen Teilen nicht, was wir da gerade gegessen haben (einmal war es Hähnchen, das konnten wir noch rausschmecken, danach wurde es dann schwieriger; es gelang nur noch die Unterscheidung zwischen Fleisch und Gemüse…), aber es schmeckte alles super.
Selbst Herr Qiu, unser chinesischer Mitarbeiter hier vor Ort, konnte uns nicht immer sagen, was es war. Die Chinesen sind da einfach etwas entspannter, wichtig ist, dass es schmeckt und gesund ist (???), was es ist, ist erst mal zweitranig.
Hund hatten wir allerdings noch nicht, Lena du kannst also beruhigt sein. Aber in einigen Restaurants der Stadt soll es wohl auch Hundefleisch geben, wenn es soweit ist, werde ich auf jeden Fall berichten…
Nun mal einige Fotos vom Markt

So sieht das in der Übersicht aus


Große Auswahl, wird dann frisch vor unseren Augen zubereitet


Bestellen ohne Worte und mit Zeichensprach, das klappt auch hier ;-)


Auf dem Rückweg waren wir dann auch noch in einem Supermarkt einkaufen, inzwischen wisst ihr ja wie es dort aussieht. Trotzdem noch mal ein Bild, die Chinesen haben doch ein etwas anderes Schönheitsverständnis, schaut euch mal die Aufschrift der Creme an, weiße Haut ist hier das Schönheitsideal.
Kommt also besser nicht auf die Idee, hier ein Sonnenstudio eröffnen zu wollen ;-)



Straßenmusiker bei der Arbeit, allerdings nicht, um Geld zu sammeln, sondern einfach so, weil es Spaß macht. Würde man Geld geben, fänden sie das überhaupt nicht gut…