alex_w am 06. September 11
Wie versprochen kommen hier die Infos zu unserem ersten Wochenendtrip nach Qingdao, zwar mit einem Tag Verspätung, aber in China kann man in dieser Beziehung etwas gelassener sein, da habe ich mich schon dran gewöhnt ;-)
Das Erlebnis ging (morgens um fünf Uhr (!!!), wir hatten einen recht frühen Zug gebucht…) schon mit der Zugfahrt, oder besser gesagt mit dem Bahnhof los. In China ist es nämlich nicht so, dass man direkt auf das Gleis darf, vielmehr ist es ähnlich wie in einem Flughafen. Nachdem man am Bahnhofseingang den Sicherheitscheck, inkl. „Schleuse“ hinter sich gebracht hat (wobei es den Wachleuten egal ist, wenn es piept, was bei so ziemlich jedem der Fall sein dürfte) finden sich alle Leute in einer großen Wartehalle ein, um darauf zu warten, dass ihr Zug aufgerufen wird. Das sieht dann ungefähr so aus:
Zum Glück waren die Zugnummern auch in arabischen Zahlen ausgeschrieben, sodass wir wussten, wann unser Zug an der Reihe war.
Im Zug ging das Abenteuer „Reisen“ dann weiter, Zugfahren ist hier etwas Besonderes. Aufgrund der langen Fahrzeiten vieler Züge kann man eigentlich immer auch einen Schlafwagen buchen, was wir dann auch getan hatten. Dabei gibt es verschiedene Kategorien, nämlich „hard-“ oder „soft-sleeper“. Um unsere Urlaubskasse nicht direkt am Anfang zu sprengen haben wir uns dann für die „hard-sleeper“ entschieden. Eine nette Schaffnerin führte uns zu unseren Plätzen, je Abteil gab es sechs Betten (2 nebeneinander, drei übereinander), dabei duftete jedes Abteil anders, allerdings durchaus zum Aushalten. Es waren viele Essensdüfte, die sich vermischten. Mein Bett war sogar frei, ein Luxus, den mein Kommilitone so nicht erleben durfte, hier musste die Schaffnerin erst mal einen schlafenden Chinesen relativ resolut aus dem Bett schmeißen. Das sorgte dafür, dass mein Kollege nur bedingt begeistert war, er nahm dann lieber auf dem Sitzplatz vorm Abteil Platz und war vom Schlafwagen fahren so gar nicht mehr begeistert ;-)
Nach der Hälfte der gut 6-stündigen Zugfahrt, in denen ich gut schlafen konnte, bin ich dann mal durch den Zug gewandert und habe mich dann zu den anderen Tutoren gesellt. Unsere Damen hatten nämlich drei Betten nebeneinander.
Hier verging die Zeit dank interessanter Gespräche über Mais, Schweine und anderer (eigentlich alltäglicher) Dinge bei denen wir merkten, dass das Aufwachsen „auf dem Land“ eben doch anders ist, als das Aufwachsen „in der Stadt“, wie im Fluge, näheres wird an dieser Stelle aber einfach mal verschwiegen ;-)
Nachfolgend mal ein paar Eindrücke aus dem Zug.

Auch interessante Warnhinweise sind zu finden:

In Qingdao angekommen checkten wir erst mal in unserem Youth Hostel ein. Eine gute Übernachtungsmöglichkeit für umgerechnet fünf Euro in der Nacht, das nenne ich mal günstiges Übernachten.
Danach ging es dann zum Essen in einem Restaurant der Altstadt. Auch hier freuten sich die Kellner wahnsinnig über die europäischen Gäste und wir schafften es mit Zeichensprache (wir werden von Tag zu Tag besser) und dem Ohne-Wörter-Buch (das ist echt ne Anschaffung wert, kann ich jedem nur empfehlen) Essen zu bestellen. Und wie ihr auf den Bildern sehen bzw. erahnen könnt, es war scharf, einfach nur scharf!!!
Gott sei Dank können wir ja schon kaltes Bier bestellen, das hat echt geholfen (Bier können wir übrigens schon ohne Hilfe und Wörterbuch bestellen, die wichtigen Vokabeln bleiben halt schneller hängen ;-))
Scharf:
Schärfer:

zum Kühlen, "pijù bindè"

Dann ging es zum Strand. Bei der Wanderung dorthin übernahmen unsere Hamburger die Führung, sie hatten wohl Sehnsucht nach dem Meer, daher war das Tempo, dass sie beim Laufen vorlegten auch ganz ordentlich, jeder Geher beim olympischen Spielen wäre neidisch gewesen ;-)
Ich hatte euch ja schonmal was zum Schönheitsideal der Chinesen erzählt, weiße Haut ist hier das, was zählt, daher findet man am Strand auch solch interessante Personen, die man sonst nur aus muslimischen Gebieten kennt, mit der Religion hat das hier aber weniger zu tun.
Da ich die anderen Tutoren immer mal wieder anspreche, ist mir aufgefallen, dass ich ja noch gar kein Bild von unserer ganzen Gruppe eingestellt hatte, und da wir auf dem Bild mal alle ordentlich in die Kamera schauen ergreife ich einfach mal die Gelegenheit:
Abends haben wir dann in der Bar unseres Hostels ein bisschen was getrunken, um dann mal das Nachtleben Qingdao´s zu erkunden, und ich muss sagen, es gibt keins. Zumindest nicht so, wie wir es vielleicht kennen. Ein paar Menschen waren noch auf der Straße unterwegs, um vielleicht noch ein bisschen was einzukaufen, oder zum Strand zu gehen. Aber Bars, Kneipen oder Diskotheken suchten wir in der Stadt dann doch vergebens. So verstanden wir unsere Tour dann als kleinen Abendspaziergang um dann wieder in die Bar unseres Hostels zurückzukehren und dort noch etwas zu trinken.
Am nächsten Tag besuchten wir dann (nachdem wir morgens in der Etagendusche Besuch einer Kakerlake hatten und ihr zu einem feuchten Ende im Abfluss verholfen hatten ;-)) die Gouverneurs-Residenz. Qingdao stand nämlich jahrelang unter deutscher Herrschaft und so findet man noch viele „europäisch angehauchte“ Gebäude.
Die verbleibende Zeit des Tages verbrachten wir dann bei Mc´Donalds und KFC, man muss ja auch mal die Chancen nutzen, die sich einem bieten, auch wenn das chinesische Essen wie schon des Öfteren beschrieben richtig gut ist, schadet ein bisschen Abwechslung ja nie.
Für die Rückfahrt hatten wir dann „Hard-Seats“ gebucht, also kein Schlafwagen sondern nur Sitzplätze. Nach den Erfahrungen der Hinfahrt waren wir schon sehr gespannt, aber da Qingdao die erste Station war konnten wir unsere Sitzplätz ohne Probleme einnehmen. Später sah das dann im Zug schon etwas voller aus:
Zurück in Tai´an sind wir dann sehr erschöpft in Richtung Campus gelaufen. Dabei stellten wir erstmals selbst fest, dass es in China auch bittere Armut und andere Probleme gibt (Schlägerei zwischen Mann und Frau, halbnackter Obdachloser auf der Straße, um den sich niemand gekümmert hat). Die Schlägerei wurde dann von anderen Leuten beschwichtig, der Obdachlose reagierte auf unser Ansprechen, er verstand uns zwar nicht, war aber wohl nur viel zu betrunken. Am nächsten Morgen war er dann auch nicht mehr da, sodass wir mal einfach davon ausgehen, dass er seinen Rausch ausgeschlafen hatte und nun wieder auf den Beinen ist.
So, das war der, wie ich finde, recht ausführliche Bericht zu unserer Fahrt nach Qingdao, mal schauen, wie lange die Motivation zur ausführlichen Berichterstattung noch anhält ;-)
Wenn ihr übrigens mal eure Kommentare zum Blog loswerden wollte und euch nicht extra bei blogger.de anmelden wollt, dann schreibt einfach ne Mail. Auch Themenwünsche greife ich dann auf, wenn euch was Besonderes an China interessiert ;-)
Adresse ist: alex-wissing@gmx.de
Und jetzt mache ich dann mal Schluss, der nächste Arbeitstag steht an.
Das Erlebnis ging (morgens um fünf Uhr (!!!), wir hatten einen recht frühen Zug gebucht…) schon mit der Zugfahrt, oder besser gesagt mit dem Bahnhof los. In China ist es nämlich nicht so, dass man direkt auf das Gleis darf, vielmehr ist es ähnlich wie in einem Flughafen. Nachdem man am Bahnhofseingang den Sicherheitscheck, inkl. „Schleuse“ hinter sich gebracht hat (wobei es den Wachleuten egal ist, wenn es piept, was bei so ziemlich jedem der Fall sein dürfte) finden sich alle Leute in einer großen Wartehalle ein, um darauf zu warten, dass ihr Zug aufgerufen wird. Das sieht dann ungefähr so aus:
Zum Glück waren die Zugnummern auch in arabischen Zahlen ausgeschrieben, sodass wir wussten, wann unser Zug an der Reihe war.
Im Zug ging das Abenteuer „Reisen“ dann weiter, Zugfahren ist hier etwas Besonderes. Aufgrund der langen Fahrzeiten vieler Züge kann man eigentlich immer auch einen Schlafwagen buchen, was wir dann auch getan hatten. Dabei gibt es verschiedene Kategorien, nämlich „hard-“ oder „soft-sleeper“. Um unsere Urlaubskasse nicht direkt am Anfang zu sprengen haben wir uns dann für die „hard-sleeper“ entschieden. Eine nette Schaffnerin führte uns zu unseren Plätzen, je Abteil gab es sechs Betten (2 nebeneinander, drei übereinander), dabei duftete jedes Abteil anders, allerdings durchaus zum Aushalten. Es waren viele Essensdüfte, die sich vermischten. Mein Bett war sogar frei, ein Luxus, den mein Kommilitone so nicht erleben durfte, hier musste die Schaffnerin erst mal einen schlafenden Chinesen relativ resolut aus dem Bett schmeißen. Das sorgte dafür, dass mein Kollege nur bedingt begeistert war, er nahm dann lieber auf dem Sitzplatz vorm Abteil Platz und war vom Schlafwagen fahren so gar nicht mehr begeistert ;-)
Nach der Hälfte der gut 6-stündigen Zugfahrt, in denen ich gut schlafen konnte, bin ich dann mal durch den Zug gewandert und habe mich dann zu den anderen Tutoren gesellt. Unsere Damen hatten nämlich drei Betten nebeneinander.
Hier verging die Zeit dank interessanter Gespräche über Mais, Schweine und anderer (eigentlich alltäglicher) Dinge bei denen wir merkten, dass das Aufwachsen „auf dem Land“ eben doch anders ist, als das Aufwachsen „in der Stadt“, wie im Fluge, näheres wird an dieser Stelle aber einfach mal verschwiegen ;-)
Nachfolgend mal ein paar Eindrücke aus dem Zug.

Auch interessante Warnhinweise sind zu finden:

In Qingdao angekommen checkten wir erst mal in unserem Youth Hostel ein. Eine gute Übernachtungsmöglichkeit für umgerechnet fünf Euro in der Nacht, das nenne ich mal günstiges Übernachten.
Danach ging es dann zum Essen in einem Restaurant der Altstadt. Auch hier freuten sich die Kellner wahnsinnig über die europäischen Gäste und wir schafften es mit Zeichensprache (wir werden von Tag zu Tag besser) und dem Ohne-Wörter-Buch (das ist echt ne Anschaffung wert, kann ich jedem nur empfehlen) Essen zu bestellen. Und wie ihr auf den Bildern sehen bzw. erahnen könnt, es war scharf, einfach nur scharf!!!
Gott sei Dank können wir ja schon kaltes Bier bestellen, das hat echt geholfen (Bier können wir übrigens schon ohne Hilfe und Wörterbuch bestellen, die wichtigen Vokabeln bleiben halt schneller hängen ;-))
Scharf:
Schärfer:

zum Kühlen, "pijù bindè"

Dann ging es zum Strand. Bei der Wanderung dorthin übernahmen unsere Hamburger die Führung, sie hatten wohl Sehnsucht nach dem Meer, daher war das Tempo, dass sie beim Laufen vorlegten auch ganz ordentlich, jeder Geher beim olympischen Spielen wäre neidisch gewesen ;-)
Ich hatte euch ja schonmal was zum Schönheitsideal der Chinesen erzählt, weiße Haut ist hier das, was zählt, daher findet man am Strand auch solch interessante Personen, die man sonst nur aus muslimischen Gebieten kennt, mit der Religion hat das hier aber weniger zu tun.
Da ich die anderen Tutoren immer mal wieder anspreche, ist mir aufgefallen, dass ich ja noch gar kein Bild von unserer ganzen Gruppe eingestellt hatte, und da wir auf dem Bild mal alle ordentlich in die Kamera schauen ergreife ich einfach mal die Gelegenheit:
Abends haben wir dann in der Bar unseres Hostels ein bisschen was getrunken, um dann mal das Nachtleben Qingdao´s zu erkunden, und ich muss sagen, es gibt keins. Zumindest nicht so, wie wir es vielleicht kennen. Ein paar Menschen waren noch auf der Straße unterwegs, um vielleicht noch ein bisschen was einzukaufen, oder zum Strand zu gehen. Aber Bars, Kneipen oder Diskotheken suchten wir in der Stadt dann doch vergebens. So verstanden wir unsere Tour dann als kleinen Abendspaziergang um dann wieder in die Bar unseres Hostels zurückzukehren und dort noch etwas zu trinken.
Am nächsten Tag besuchten wir dann (nachdem wir morgens in der Etagendusche Besuch einer Kakerlake hatten und ihr zu einem feuchten Ende im Abfluss verholfen hatten ;-)) die Gouverneurs-Residenz. Qingdao stand nämlich jahrelang unter deutscher Herrschaft und so findet man noch viele „europäisch angehauchte“ Gebäude.
Die verbleibende Zeit des Tages verbrachten wir dann bei Mc´Donalds und KFC, man muss ja auch mal die Chancen nutzen, die sich einem bieten, auch wenn das chinesische Essen wie schon des Öfteren beschrieben richtig gut ist, schadet ein bisschen Abwechslung ja nie.
Für die Rückfahrt hatten wir dann „Hard-Seats“ gebucht, also kein Schlafwagen sondern nur Sitzplätze. Nach den Erfahrungen der Hinfahrt waren wir schon sehr gespannt, aber da Qingdao die erste Station war konnten wir unsere Sitzplätz ohne Probleme einnehmen. Später sah das dann im Zug schon etwas voller aus:
Zurück in Tai´an sind wir dann sehr erschöpft in Richtung Campus gelaufen. Dabei stellten wir erstmals selbst fest, dass es in China auch bittere Armut und andere Probleme gibt (Schlägerei zwischen Mann und Frau, halbnackter Obdachloser auf der Straße, um den sich niemand gekümmert hat). Die Schlägerei wurde dann von anderen Leuten beschwichtig, der Obdachlose reagierte auf unser Ansprechen, er verstand uns zwar nicht, war aber wohl nur viel zu betrunken. Am nächsten Morgen war er dann auch nicht mehr da, sodass wir mal einfach davon ausgehen, dass er seinen Rausch ausgeschlafen hatte und nun wieder auf den Beinen ist.
So, das war der, wie ich finde, recht ausführliche Bericht zu unserer Fahrt nach Qingdao, mal schauen, wie lange die Motivation zur ausführlichen Berichterstattung noch anhält ;-)
Wenn ihr übrigens mal eure Kommentare zum Blog loswerden wollte und euch nicht extra bei blogger.de anmelden wollt, dann schreibt einfach ne Mail. Auch Themenwünsche greife ich dann auf, wenn euch was Besonderes an China interessiert ;-)
Adresse ist: alex-wissing@gmx.de
Und jetzt mache ich dann mal Schluss, der nächste Arbeitstag steht an.