Freitag, 9. September 2011
So nachdem ich euch jetzt so ausführlich von den Aktivitäten des letzten Wochenendes erzählt habe, werde ich auch mal ein wenig auf das Arbeitsleben hier eingehen, nicht, dass ihr noch einen ganz falschen Eindruck von unserem Alltag hier bekommt, ist ja schließlich kein Urlaub ;-)

Wie schon mal beschrieben hat ein Tutor immer „Bürodienst“, da wir zu fünft sind und immer nur 4 Tutorien pro Tag stattfinden. Bis heute war das meine Aufgabe, ab nächste Woche bin ich dann im Tutorium eingesetzt.
In der Zeit im Büro pflege ich u.a. die Abwesenheitslisten der Studenten, erledige Schriftverkehr oder helfe Studenten bei der Klausureinsicht.
Anfang dieser Woche habe ich auch zum ersten Mal Aufsicht bei einer Klasur (Nachschreibtermin aus dem letzten Semester) geführt. Waren doch recht lange drei Stunden. Beim Spicken erwischt haben wir niemanden, ich hoffe einfach mal, dass die Studenten auch wirklich nicht gespickt haben, und es nicht daran lag, dass wir es einfach nicht gemerkt haben ;-)
Außerdem schreibe ich in der Zeit im Büro an meinem wissenschaftlichen Aufsatz für den Band der zum Ende des Semesters erscheinen soll. Dabei schreibt jeder Tutor und jeder Dozent einen Beitrag, diese werden dann gebündelt veröffentlicht. Unter die Schriftsteller gehe ich hier also auch noch, und damit ist jetzt mal nicht dieser Blog hier gemeint, auch wenn das natürlich auch eine literarische Erleuchtung ist ;-))

Eine weitere Sache die ich diese Woche erledigt habe ist die Ausarbeitung des Börsenspiels, das ich schon mal angesprochen habe. Dafür haben wir nun einen Leitfaden für die Studenten erstellt, den wir nach der Auftaktpräsentation am kommenden Dienstag verteilen werden, ich hoffe mal, die Studenten haben ein, wenig Spaß an der Börsenwelt und das Spiel wird ein Erfolg.

Eine letzte Info noch aus dem Bereich des „Arbeitens“: Am heutigen Freitag haben wir den ganzen Tag einen sogenannten „Moot Court“ mit dem 3. Semester im Fach International Law durchgeführt. Das kann man sich ein bisschen so vorstellen wie eine dieser Gerichtssendungen im qualitativ hochwertigen Nachmittagsprogramm einiger deutscher Privatsender (…)
Wir haben hier allerdings eine Zivilgerichtsverhandlung nachgestellt, in der es um einen Kaufvertrag ging. Es war ganz amüsant und auch überraschend gut, die Studenten haben uns mit ihrer Kreativität und den Verhandlungskünsten überrascht. Ein Video und Fotos wurden auch gemacht, daher hier mal ein paar Impressionen mit „stehenden“ Bildern. Die laufenden Bilder, sprich das Video, gibt es dann wenn ich wieder zurück bin.


Studenten bei der Vorbereitung


Gelacht wurde selbstverständlich auch

Was braucht man alles für eine Gerichtsverhandlung...


...die Kläger selbstverständlich


...die Beklagten


... und natürlich Richter

Selbst gearbeitet haben wir natürlich auch mal ab und zu ;-)



Anfang diese Woche haben wir auch zu Hause „gearbeitet“, der Wohnungsputz stand an, wurde auch mal Zeit. Im Supermarkt haben wir uns also mit allen nützlichen Utensilien eingedeckt (von den Schwämmen haben manche schon beim ersten Wischen den Geist aufgegeben, Qualität ist manchmal eben auch Glückssache) und dann ging es los. Nach gut einer Stunde glänzte unsere Wohnung besser als bei unserem Einzug. Nur an den Geruch des Badezimmers (wie nach einem Chlorunfall im Schwimmbad, die Dosierung des Putzmittels war also ausreichend ;-)) musste man sich noch ein wenig gewöhnen, inzwischen riecht aber alles wieder ganz normal.

Aber selbstverständlich stand diese Woche auch ein wenig Freizeit an. Am Donnerstagabend haben wir beispielsweise Basketball mit dem ersten Semester gespielt. Es hat richtig Spaß gemacht, zumal ich doch einen kleinen "großen" Vorteil hatte, 2 Meter Körperlänge sind hier ab und zu schon mal ein Staunen wert ;-)

Und da ich hier gerade den Donnerstag anspreche komme ich auch sofort auf Donnerstag Mittag, zum Essen:
Es gab Spaghetti (chinesische Bandnudeln) Bolognese. Und es schmeckte einfach nur lecker. Gekocht hatte dieses Festmahl unsere Mittutorin Sonja.

Ein großes LOB und DANKE dafür SONJA.

Ohne europäische Gewürze oder Tomatenmark schmeckte es trotzdem wie zu Hause. Mal sehen, wann wir das nächste Mal selber kochen. Hier mal ein Bild:



Wir essen hier übrigens inzwischen wirklich alles mit Stäbchen, das ist kein „Fake“ nur für das Bild. Wir selbst merken es schon gar nicht mehr richtig, es ist einfach in Fleisch und Blut übergegangen, ich hoffe mal, ich kann nachher noch mit Messer und Gabel essen ;-)

Es gibt auch Abende, an denen wir sehr kommunikativ sind, aber seht selbst ;-)

(ganz so schlimm ist es natürlich nicht, das Bild war dann schon ein "bisschen" gestellt...)

Abschließend noch kurz der Überblick über das kommende Wochenende (nur arbeiten wir hier nämlich natürlich auch nicht ;-)). Es ist Mondfest in China, das bedeutet verlängertes Wochenende, da am Montag frei ist. Für uns geht es nach Nanjing, eine ca. 600 km entfernte Stadt mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Dabei werden wir auf der Hinfahrt noch 4 Stunden mit dem Zug fahren, während wir auf der Rückfahrt dank des neuen „Super-Express-Zuges“ nur noch 2 Stunden fahren. Macht also gute 300 km/h, das ist doch mal schnell, ich bin mal gespannt…
Am Montagabend werden wir dann zurück kommen, den Bericht gibt es aber wohl erst einen Tag später, wenn ich wieder fit bin.

Also ein schönes Wochenende und bis nächste Woche,