Samstag, 8. Oktober 2011
Bevor ich zum zweiten Teil des Berichts über unseren Urlaub komme ein kurzer Einschub über meine Erfahrungen vom gestrigen Freitag zum „Fußballspiel“ mit unseren und anderen chinesischen Studenten. Die technischen Fertigkeiten am Ball sind doch eher, sagen wir mal, beschränkt. Hier war sogar ich schon ein ziemlich guter Techniker, und für alle, die mich noch nicht in Aktion gesehen haben: Es hat seinen Grund, warum ich Torwart und Schiedsrichter bin und kein Feldspieler (die Kondition ist es übrigens nicht ;-)
Dann war es doch auch recht voll, über den halben Platz und auf kleine Tore mit ca. 25 Leuten zu spielen verschafft einem nicht wirklich viel Raum. Das Fehlen von Leibchen o.ä. machte das Chaos dann perfekt, es war einfach nur ein wildes Gepöle, ein paar Leute aus meiner Mannschaft konnte ich mir merken, sodass sogar der ein oder andere Pass ankam…

Fazit: Es war lustig und seit sechs Wochen endlich mal wieder gegen den Ball zu treten war auch richtig toll. Aber mit so einem richtigen Fußballspiel hatte es dann doch eher weniger zu tun. Fußball also eine Sache, die ich vermisse ;-)

P.S. von der Bundesliga und sonstigem Fußball bekommt man hier auch echt wenig mit, gut dass es den Kicker auch online gibt






Da wir, wie ihr euch denken könnt, in der Golden Week relativ viel erlebt haben, teile ich den Bericht einfach mal in zwei Teile auf. Der erste hier über den Aufenthalt in Guangzhou, der zweite dann über Xiamen. So sind schon mal ein paar Infos online, und ich kann nachher sagen, dass ich stets bemüht (;-)) war, die Berichte zeitnah fertig zu stellen.

Am Samstag, den 01.10. ging es also los. Da wir zu Beginn der „public holidays“ mit Stau rechneten holte uns der Fahrer morgens um sieben ab, unser Flieger sollte um 11:35 Uhr gehen. An diesem Morgen aber war kein Stau, die Fahrt dauerte wie üblich nur 1,5 Stunden, also waren wir doch (sehr) pünktlich am Flughafen und schlugen hier noch ein bisschen die Zeit tot. Soviel sei an dieser Stelle schon mal verraten, es sollte einer der ganz wenigen Zeitpunkte für die Woche bleiben, an denen mal wenig los war, egal ob auf den Straßen oder an anderen Plätzen…

In Guangzhou gelandet machten wir direkt die erste Erfahrung, es war warm, richtig schön warm. 2000 km in den Süden fliegen machen halt doch was aus, und das alles in einem Land (von uns aus 2000 km Luftlinie liegt übrigens das Mittelmeer, nur um die Dimensionen zu veranschaulichen…). Mit der Metro ging es dann zum Hostel und das war, sagen wir mal, interessant ;-)
Es handelte sich um eine große, private Wohnung in der 7. Etage, deren einzelne Zimmer mit Hochbetten aufgefüllt worden waren, sodass ca. 12 Personen dort wohnen konnten. Wir waren in einem 8-Bett-Zimmer untergebracht, es gab für alle insgesamt zwei gemeinschaftliche Badezimmer, die Einrichtung war auch sehr schön, seht selbst:




was für ein Spülkasten, auf dem Zettel darüber steht übrigens die Begründung für den Zustand: Es gibt keine Ersatzteile mehr, daher können die den Kasten nicht reparieren

Auch das Bett war ein Traum, seitdem weiß ich auch, warum die Wörter Brett und Bett so ähnlich klingen, es gab nämlich keine Matratzen und so schliefen wir auf einem B(r)ett. Die Besitzerin war dafür aber total nett, es war auch ganz lustig, und wir wussten ja, dass es nur für drei Nächte sein sollte. Dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch, dazu später noch mehr, an dieser Stelle sei aber schon mal gesagt, dass unser Aufenthalt im Hostel keine drei Nächte dauern sollte…

Nach dem Einchecken und anschließendem Essen (zur Abwechslung mal wieder bei der Kette mit dem großen M) ging es dann auf zum Highlight der Stadt, dem Kanton-Tower. Hier können Bilder glaube ich mehr sagen als Worte, trotzdem ein paar einleitende „facts“, dann die Fotos:
• die Architektur war der absolute Wahnsinn, auch wenn ich davon keine Ahnung habe, maße ich mir mal an, das als Laie sagen zu dürfen
• der Eintritt von 150 Yuen (oder 120 für Studenten (dabei zählen auch ausgedruckte Scans von Studentenausweisen, danke noch mal für den Service Lena ;-)) lohnt sich auf jeden Fall!!!
• allein mit dem Aufzug außen am Gebäude hochzufahren ist ein Erlebnis
• auf 433 Metern hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt
• oder, um es mit einem Spruch aus der Fernsehgeschichte zu sagen: Das war SPITZE!!!











Und wo wir gerade bei ein paar Fakten waren, hier die erste Lektion, die wir schon am ersten Tag des Urlaubs gelernt haben:
Glaubt jedem Reiseführer, jeder Internetseite usw., die behaupten man sollte nicht (!!!) in der ersten Mai- oder Oktoberwoche verreisen, da es dann einfach zu voll ist. Man kann sich nicht vorstellen, was dann hier in China los ist, wenn gefühlt 1,0 Milliarden der 1,4 Milliarden Menschen unterwegs sind, weil sie frei haben. Die Metro war heillos überfüllt, auch die Innenstadt, es war unfassbar, vielleicht kann man es auf den Bildern erahnen, real war es noch mal eine Nummer härter…




Die Laune war trotzdem gut, und auch hier wieder das Spiel, wer findet die vier (!!!) Europäer

Dennoch haben wir uns abends auf die Suche nach einer Bar gemacht, sind aber leider wieder gescheitert, man muss halt wissen wo man sucht. Es waren zwar ohne Ende Menschen auf den Straßen unterwegs, aber eben nur auf den Straßen, Bars usw. haben wir keine gefunden. Auf dem Rückweg ins Hostels sind wir dann in einem Straßenrestaurant hängen geblieben. Hier gab es auch Kleinigkeiten zu essen und auch was zu trinken. Die Bierflaschen hier haben 600 ml, und das zu einem Preis von ca. 5 Yuen (0,50 EUR), das nenne ich mal günstiges Trinken ;-)) Die Bestellung des einen Wassers stellte die Kellner da schon vor eine größere Herausforderung, sie mussten extra ins Geschäft gegenüber, um eine einzelne Flasche zu kaufen, der Service stimmte also auch. Vom Geschmack her geht es mit dem Bier auch, also eigentlich noch ein ganz schöner Ausklang des ersten Abends.



Am zweiten Tag ging es dann weiter mit der Sightseeing-Tour. Gestartet sind wir mit dem Museum zur Ausgrabungsstätte eines alten Königs namens Nan-Yue. Hier war es ausnahmsweise mal leerer, könnte daran gelegen haben, dass es zwar ganz nett, aber jetzt auch nicht übermäßig interessant war, keine Ahnung, wer die tolle Idee hatte, oder war ich das?!. Auch hier mal ein paar Bilder:


...nein, das war noch nicht im Museum, sondern davor, Vater und Sohn gehen Luftballons verkaufen


Bequemens Kopfkissen, aus Keramik, das könnte natürlich auch eine geschichtliche Erklärung für unsere Hostelb(r)etten sein...


Na ja, beim Eingang war es dann mal richtig eng mit der Höhe. Übrigens, das was aussieht wie ein Bauchansatz ist keiner, sondern nur meine Brust-/Bauchtasche, nicht, dass ihr noch ganz falsche Eindrücke bekommt ;-)


Hier wieder die übliche Ladung Kultur, lest mal die Inschrift, hier wurden die Frauen sogar mit dem König eingemauert, bloß waren sie da noch am leben...

Im Anschluss daran stand der Park mit der Statue der fünf Ziegen auf dem Programm. Diesen Ziegen verdankt die Stadt ihren Namen, der „Stadt der Ziegen“. Es war im Park ein bisschen erholsamer, auch wenn es immer noch voll war. Bilder gefällig, hier kommen sie:



Dann ging es weiter, zuerst stand eine Pagode auf dem Programm, dann eine Moschee. Vom Anblick her war die Moschee selber nicht so der Knaller, da sie hinter einer Mauer lag, und wir auch nicht hinein gehen wollten. Das ganze muslimisch Viertel um die Moschee herum war aber sehr sehenswert, mal wieder ein ganz neuer Eindruck von China inkl. muslimischem Essen, das sehr lecker war.


Gassen im muslimischen Viertel

Auch in Guangzhou sind wir übrigens unserem Stil treu geblieben und haben ohne Ende Kilometer zu Fuß gemacht. Das könnte einer der Gründe sein, warum wir hier trotz „Essen ohne Ende“ nicht zunehmen. Zumindest ist das meine Erklärung, meine weiblichen Kolleginnen hier könnten sicherlich differenziertere Begründungen nennen, sie beschäftigen sich nämlich ausführlicher als ich mit dem Essen und seinen (vermeintlichen, aber bei keinem von uns auftretenden) Auswirkungen auf das Gewicht, ich esse einfach immer das, was mir schmeckt ;-) Und da die Hosen langsam immer weiter werden habe ich wohl auch noch nicht übermäßig zugenommen, auch wenn das für mich jetzt nicht das größte Problem wäre ;-))

Am Nachmittag sind wir dann auf die Insel Shamian in Guangzhou gegangen. Früher war es der Platz, an dem die europäischen Bewohner der Stadt gewohnt haben, für Chinesen war der Zugang zur Insel verboten. Dementsprechend ist auch die Architektur und der Baustil der Insel sehr europäisch geprägt. Auch die amerikanische und polnische Botschaft sind hier heute noch untergebracht. Es war ein netter Spaziergang um die Insel, hier gab es auch ein paar Cafés und Bars, in denen wir sitzen konnten, auch an der Gastronomie merkte man also den europäischen Einfluss. Auch dem Luxushotel „White Swan“ statteten wir einen Besuch ab, wenn auch nur von außen. Hier waren wir dann doch ein bisschen enttäuscht, laut Auskunft unserer Reiseführer sollte es eines der besten Hotels Chinas sein, aber zumindest von außen war es einfach nur ein Hochhaus ohne viel Charme. Umso besser muss also wohl der Service und die Inneneinrichtung sein…


...hier lässt es sich doch leben


Architektur die zweite


Zur Abwechslung mal wieder was kulinarisches, lecker aufgespießte und getrocknete Kröte, Snack für zwischendurch


Das "White Swan", lt. Reiseführer extrem elegantes Hotel, von außen aber jetzt nicht so der Knaller...
Bevor wir dann zur Schifffahrt (das Wort habe ich übrigens auch mal im Tutorium verwendet und an die Tafel geschrieben, im Anschluss daran habe ich dann erst mal fünf Minuten erklärt, warum da drei mal „f“ steht. Danke neue deutsche Rechtschreibung…) gestartet sind waren wir erst mal wieder was essen. Hier erlebte ich leider eine Enttäuschung, im Glauben einfach ein Glas Milch bestellt zu haben, da ich keinen Hunger hatte, war ich vom angedickten, heißen Reiswasser das ich bekam dann doch etwas enttäuscht. Aber was solls, so hatte ich ein bisschen was warmes im Magen und war wieder um eine Erfahrung reicher. Auch die anderen bekamen nicht zwingend das, was sie erwartet hatten:


das kann man mit dem Wasser, das beim Reiskochen übrig bleibt also auch noch machen...


Ja Anne, das ist mal ne Riesenportion...

Anschließend saßen wir dann noch mit ein paar Bier und Keksen auf der Promenade, da wir nur Karten für die Schifffahrt (ich benutze dieses Wort so gerne ;-)) zu späterer Stunde bekommen hatten, es war halt „Golden Week“. Dafür wurden wir dann auch auf der Fahrt mit schönen Bildern belohnt:




Das "White Swan" in der Nacht, sieht aus wie ein leuchtender Wellenbrecher

Zum Glück hatten wir nicht Karten für die allerletzte Fahrt bekommen, da waren viele Lichter an den Hochhäusern nämlich schon ausgeschaltet, sodass der Anblick doch ein wenig an Reiz verloren hätte, auch wenn es aus ökologischen Gründen ja doch ganz vernünftig ist…
Nach der Taxifahrt zurück Richtung Hostel saßen wir dann wieder in (einem anderen) Straßenrestaurant in der Nähe unseres Hostels und haben dort auf Mitternacht gewartet. Am 03.10. hatte nämlich Viktoria Geburtstag und wir wollten natürlich noch singen und gratulieren. Die Chinesen im Restaurant fanden uns zwar ein ein bisschen komisch, hatten aber auch ihren Spaß an unseren Gesangskünsten.

Am 03.10. stand dann wie gesagt der Geburtstag von Viktoria auf dem Programm, darum machten Sonja und ich uns morgens auf den Weg, um Kuchen, Brot und Brötchen sowie Kaffee für ein entsprechendes Frühstück zu besorgen. Es lief auf viel Süßgebäck hinaus, das kriegt man hier in rauen Mengen, klassisches Brot und Brötchen sind hier eher seltener. Im Hostel deckten wir dann den Tisch, sogar einen Luftballon konnten wir auftreiben. Eigentlich wollten wir ihn kaufen, aber die Apothekerin schenkte ihn uns einfach und hatte ihren Spaß, dass die Deutschen ihre Deko kaufen wollten ;-)
Nach dem ausführlichen und reichhaltigen Frühstück ging es dann weiter. Aber zunächst mal...

...richtig, die Bilder





Auf dem Plan für den Tag stand diesmal nur eine Sache: SHOPPING
Also ein Tag, wie gemacht für mich, auch ansonsten kennt man mich ja als den absoluten Shopping-Fanatiker ;-)
Nein im Ernst, es war ein lustiger Tag, natürlich auch wieder brechenvoll, aber mit einer gewissen Körperlänge kann man so ziemlich über alle Köpfe hinweg gucken, und dann sieht das schon ganz lustig aus.



In der Einkaufsstraße gab es Einkaufszentren, wie man sie auch bei uns kennt. Allerdings baut man hier einfach mal Zentren, ohne zu wissen, wie viel davon nachher vermietet wird, daher passiert es schon mal, dass von den 5 Etagen nur die untersten beiden komplett vermietet sind, die anderen Etagen sind nahezu leer.



Auch wurde in diesen Einkaufszentren deutlich, dass die Unterschiede zwischen reichen und ärmeren Chinesen eklatant sind. In den Zentren waren die Preise schon sehr europäisch, bedenkt man, dass es manche Studenten hier bei uns gibt, die von vielleicht 200 Yuen, also 20 EUR, im Monat leben müssen ist die Schere also schon sehr groß.
Richtig interessant wurde es dann in den Nebengassen, hier gab es nämlich die günstigen Varianten der „Originalware“. Gucci, Versace, adidas, Nike usw., so weit das Auge reichte. Dabei fühlte man sich wie auf einem Basar, vom ursprünglichen Preis, den der Verkäufer forderte konnte man getrost ein Drittel nennen, um sich dann irgendwann bei ziemlich genau der Hälfte zu einigen. Auch das war spaßig, außerdem gab es hier auch Schuhe in meiner Größe, was in den Schuhläden in der Haupteinkaufsstraße nicht der Fall war, dort hatte ich nach fünf vergeblichen Versuchen auch keine Lust mehr…
So konnte also auch ich adidas-Schuhe und eine Winterjacke kaufen und der Tag war auch für mich von Erfolg gekrönt, wenn auch die Ausbeute bei dem ein oder anderen deutlich größer war.


auch Anne war erfolgreich beim Schuhe shoppen, ratet mal wem welche Füße gehören ;-)

Auf der Rückfahrt mit der Metro bekamen Sonja, Anne und ich dann einen Anruf von Viktoria und Artur, die schon im Hostel waren da wir den schon den ganzen Tag über getrennt unterwegs waren. Und dieser Anruf war der Anfang einer Geschichte, die wir wohl auf jeden Fall in Erinnerung behalten werden ;-)
So war wohl die Polizei im Hostel und hat die Besitzer vernommen. Wir sollten also auf jeden Fall zunächst mal nicht ins Hostel kommen, sondern ein Stück weiter weg bleiben. So ganz legal war der Betrieb des Hostels dann anscheinend wohl doch nicht in der Privatwohnung, das war zumindest unsere Vermutung. Offizielle Begründung war, dass einer der chinesischen Gäste entführt worden sein sollte und wir daher nicht im Hostel bleiben könnten. Die Polizei müsste die ganze Nacht dortbleiben und das würde uns dann zu sehr stören (wir waren uns nicht so ganz sicher, welche Begründung uns jetzt mehr verunsichert ;-))

Na ja, schlussendlich stand dann eine rasche Abreise an, Artur und Viktoria brachten (fast) alle unsere Sachen mit nach unten und schleppten sich kaputt beim Gepäck von fünf Personen (DANKE für euren Einsatz auch noch mal an dieser Stelle). Mit unseren Sachen, zwei weiteren Gästen, der Besitzerin sowie einem Polizisten ging es dann eine Straße weiter in ein Hotel. Hier kostete die Nacht statt 40 Yuen wie im Hostel dann 500 Yuen, und das Beste: Nicht wir, sondern die Besitzerin des Hostels musste das bezahlen!!!
Das bedeutete für uns, eine Nacht im 4-Sterne-Hotel zum Preis einer Hostel-Übernachtung. Für die Besitzerin tat es uns zwar ein bisschen leid, aber was sollte man machen… Hier der Vergleich der Unterkünfte:


hier zur Erinnerung noch mal die Toilette vom Hostel...


...und hier die aus dem Hotel

Dann machten wir uns fertig, um abends feiern zu gehen, es war ja immer noch Viktorias Geburtstag (den sie so schnell wohl nicht vergessen wird ;-)). So schick gemacht ging es dann los:



Nachdem wir essen (lecker Sushi) waren gingen wir in zwei verschiedene Clubs feiern.


Eins noch zum Essen: Wir haben Frühlingsrollen gefunden, und sie schmecken wie beim Chinesen bei uns

Genau wie beim letzten Mal in Peking gibt es die Bilder dann auch hier erst nach der Rückkehr als Live-Präsentation, und nicht im Internet ;-)

Am nächsten Tag, unserem letzten in Guangzhou, haben wir dann erst mal „ausgeschlafen“ und sind um zehn vor zehn zum Frühstück gegangen, da es bis zehn Uhr Buffet geben sollte. Bis zehn Uhr heißt in China aber wohl nicht wie bei uns bis zum zehn Uhr anfangen, sondern um zehn Uhr fertig sein. Also packten wir uns die Teller einmal gut voll und ließen uns von den um uns herum aufräumenden und putzenden Angestellten auch nicht stören. In China ist nach dem Essen eben nach dem Essen, und wenn putzen auf dem Plan steht, dann halten einen auch zahlende Hotelgäste nicht davon ab ;-)

Anschließend stand noch ein Tag zur freien Verfügung an. Ab dem Mittagessen hatte ich dann irgendwann genug vom Shopping und nach einem Blick auf den U-Bahn-Plan erregte die Station „Hi-Tech Financial Zone“ meine Aufmerksamkeit. Da kann man sich ja bestimmt mal die chinesische Banken usw. anschauen, so zumindest meine Vermutung.
Komisch war schon, dass ich der einzige war, der an der Station ausgestiegen war und auch in der ganzen Station der einzige war.



Die Frage des Wachmannes „Do you really want to exit here“ machte mich dann endgültig sehr, sehr nachdenklich. Oben am Ausgang der Station war mir dann auch klar, warum. Es war einfach nur eine riesige Baustelle, sonst gab es dort nichts. Dementsprechend entsetzt/überrascht schauten mich die Bauarbeiter dann auch an. Ich machte einen kurzen Spaziergang, drehte mich um und stieg in die nächste Bahn in die andere Richtung an. Die Infrastruktur stimmte also schon mal in China, der Rest entsteht jetzt in den kommen den Jahren.

Die Moral von der Geschicht, U-Bahn-Plänen traut man nicht…

Den restlichen Tag verbrachte ich dann wieder in der Innenstadt, vor allem Dingen mit Essen und anderen, wichtigen Dingen ;-)


Straßensänger auf Chinesisch, gleichzeitig auch Alleinunterhalter

Abends schlugen wir dann noch ein wenig Zeit im Hotel tot, dann ging es zum Bahnhof um mit dem Nachtzug (14 Stunden Fahrtzeit) Richtung Xiamen aufzubrechen.