Montag, 5. Dezember 2011
So, nachdem ich allen guten Vorsätzen zum Trotz wieder einmal längere Zeit nichts geschrieben habe kommt hier der nächste Eintrag. Zu meiner Entschuldigung muss (bzw. kann ;-)) ich allerdings sagen, dass wir hier in unseren letzten Wochen echt einiges zu tun haben und ich daher einfach nicht dazu gekommen bin, einen Eintrag zu schreiben. Außerdem ist wie vorher schon mal angedeutet ein wenig der Alltag eingekehrt, sodass es nur wenige, einzelne Ereignisse gab, zu denen ich euch etwas berichten kann.

Im Allgemeinen herrscht inzwischen aber schon ein wenig Abschiedsstimmung, der finale Countdwown läuft unaufhaltsam. Jetzt ist es nicht mal mehr eine Woche, die wir hier in Tai´an sein werden, dann reisen wir ja noch einige Tage durch China, und dann sind wir am 20. Dezember schon wieder zu Hause. Unfassbar, wie schnell die Zeit hier einfach mal vergangen ist. Hier mal ein Bild von unserer Tour, die wir im Anschluss an unseren Einsatz noch machen werden:


In blau die am Ende geplante Route, in Rot die schon "bereisten" Strecken

Auch unsere Veranstaltungen hier stehen im Zeichen des nahenden Abschiedes. So haben wir am vergangenen Donnerstag die Abschlussveranstaltung unseres Börsenplanspiels gehabt. Zum Glück haben sich die Börsen in den letzten Wochen etwas erholt, sodass das Depot von uns Tutoren mit einem leichten Plus von gut einem Prozent noch ganz ordentlich aussah. Dass es aber auch deutlich besser geht machten uns einige Studenten vor, die Siegergruppe machte satte 14,4% (!!!) plus in nur 2,5 Monaten. Das bedeutet aus den 51.130,- EUR Startkapital machten sie ca. 58.500,- EUR. Das Erfolgsgeheimnis genauso einfach wie riskant: Einfach den Großteil des Geldes in eine Aktie investieren, den Rest als Bargeld im Depot lassen. Zwar nicht unbedingt die Strategie, die wir uns gewünscht hätten (Auseinandersetzung mit den verschiedenen Branchen und Titeln) aber halt doch erfolgreich ;-)
Als Preis wird Hr. Haederle die Studenten dann bekochen, und das kann er ja, wie schon mehrmals bewiesen, richtig gut. Die Studenten dürfen sich also auf gute (und deftige ;-)) deutsche Kost freuen. Ich bin ja mal gespannt, ob sie es genauso mögen wie wir, oder ob sie im Anschluss an das Essen noch den Aufenthalt in Deutschland fürchten, weil sie immer so viel und deftig essen müssen…

Am vergangenen Samstag, den 03. Dezember, stand dann noch ein weiteres Highlight an, der „Supervoice“-Wettbewerb. Dieses „DSDS“ der Uni fand im unter Regie der Studenten statt. Dabei waren vor allen Dingen die Studenten aus unserem Institut maßgeblich an der Organisation beteiligt, sodass wir viele bekannte Gesichter erkennen konnten.
Es war echt richtig groß aufgezogen und der Vorlesungssaal war voll, wie ich ihn noch nie gesehen habe, vielleicht also mal ein Idee, für ein neues Vorlesungskonzept ;-)
Die Studenten sangen also alleine oder in Gruppen verschiedenste Lieder, dabei dominierten das Thema Herz(schmerz), wie in fast allen chinesischen Liedern. So viel konnten auch wir ohne Chinesischkenntnisse erkennen ;-)
Auch die Fanlager machten richtig Stimmung und schwenkten Plakate oder brachten Blumen auf die Bühne. Hierbei konnte man beobachten, dass die Blumen „wiederverwendet“ wurden. Kein Scherz!!! Nachdem der Künstler mehrere Sträuße in den Händen gehalten hat, haben Assistentinnen ihm diese abgenommen. Neben der Bühne konnte man sich dann anstellen und diese Blumen dann wieder auf die Bühne bringen. Tolle Erfindung, für uns echt lustig.
Hier mal wie gewohnt ein paar Bilder, damit ihr euch vorstellen könnt, was hier los war:


Die Deko des Raumes, auf den Plakaten sind übrigens wirklich die Studenten zu sehen, das sind alles Fotomontagen


Die Bühne


Die Moderatoren, ganz souverän und abgeklärt führten sie durch das Programm. Man könnte meinen, sie hätten das schon öfter gemacht. Einziges Problem für uns, war halt alles auf chinesisch ;-)


Am Anfang "heizte" erst mal eine Tänzerin dem Saal ein, das Outfit könnte dabei ein bisschen geholfen haben ;-)

Dann kamen die Sänger, und dabei gab es ganz verschiedene Konzepte...


...entweder ganz klassich alleine auf der Bühne


...oder aber als "Boyband" (die dann auch später gewonnen haben).

Die Fans waren auch voll dabei:


Hier noch etwas zurückhaltender...


...hier dann aber mit selbst gebastelten Plakaten und laut schreiend.


Hier die eben schon angesprochenen Blumen.


Und so sieht das dann aus, wenn man schon den ein oder anderen Strauß bekommen hat und diese dann alle während des Singens feshalten muss. Farblich aufeinander abgestimmt natürlich die Blumen und das Hemd ;-)

Als Zwischenprogramm gab es dann auch noch eine Band, die allerdings außer Konkurrenz angetreten ist:


Im Anschluss an die Veranstaltung (wie es sich für chinesische Verhältnisse gehört war natürlich um kurz vor zehn Schluss…) ging es dann zu Anne in die Wohnung zum Glühweinabend. Hier hatten wir Tutoren versucht Glühwein zu machen. Und das ist uns auch ganz passabel gelungen, so zumindest der Tenor der anwesenden Dozenten und von Hr. Qiu. Auch wir selbst waren ganz zufrieden. Dabei war das Finden der Zutaten gar nicht so einfach. Orangen, Zimt, Anis und Nelken konnten wir dann noch relativ einfach finden. Bei der Auswahl des Weines hatten wir uns etwas schwerer getan. Letzlich waren dann ganz einfache Gründe ausschlaggebend. Nachdem wir zunächst einen Wein mit 7% für 18 Yuan im Korb hatten, entschieden wir uns dann doch für die Alternative mit 11% für 20 Yuan für die doppelte Menge. Manchmal sind es eben doch die einfachen Dinge, die überzeugen können ;-) So war der Abend dann auch noch ganz lustig, die Plätzchen und Nüsse machten die Weihnachtsstimmung dann komplett.

Apropos Weihnachten, ich hatte euch ja erzählt, dass hier in ganz Tai´an so gut wie keine Weihnachtsstimmung herrscht. Und ich muss mich korrigieren, das stimmt so nicht. In den Geschäften und auch auf den Straßen gibt es einige weihnachtliche Deko. So ganz unbekannt ist Weihnachten hier dann doch nicht, auch wenn es eher zu Deko- und Verkaufszwecken „missbraucht“ wird, aber seht ruhig selbst:


Entweder in den Geschäften


Oder aber sogar auf den Straßen auf den kleineren Märkten, die man hier überall finden kann

Und hier noch etwas, das im erweiterten Sinne auch unter Weihnachten fassen kann. Dank der Maniküre bei der Anne und Sonja waren, können wir die Weihnachtsstimmung jetzt nämlich immer mitnehmen. Ihr könnt ja raten, wem welche Nägel gehören ;-)



Abschließend waren wir letzten Sonntag dann noch mit unserer Sprachlehrerin Miao Miao essen. Die Frau, die uns mit einer Engelsgeduld Chinesisch beigebracht hat. Oder es vielmehr versucht hat ;-) Diese Sprache, oder vielmehr diese Aussprache, ist einfach zu schwer für mich. Na ja, die rudimentäre Verständigung hier funktioniert, das ist ja immer schon mal ein Anfang. Miao Miao hatte sich das Essen aber auf jeden Fall verdient. Und dann hatte sie auch noch Geschenke mitgebracht, es gab Armbänder, echt nett. Jetzt ist am Donnerstag noch einmal Kurs, und dann war es das auch schon. Wie gesagt, es herrscht echt Abschiedsstimmung hier, wir stellen immer wieder fest: „Das ist jetzt das letzte Mal“ (gerade z.B. war der letzte Montag ;-))

So mit diesen Gedanken (ihr wisst ja, ein weinendes und ein lachendes Auge, natürlich freue ich mich auch auf zu Hause) beende ich dann mal diesen Eintrag hier.


Wie ihr seht, wir haben uns echt an China gewöhnt, "We love China" ;-)

Da wir ab Samstag auf große Reise gehen weiß ich noch nicht, wann der nächste Blogeintrag folgt, vielleicht bin ich dann schon wieder in Deutschland. Also von daher sage ich einfach mal bis bald, komplett verabschiede ich mich allerdings noch nicht. Ein „abschließender“ Eintrag wird in jedem Fall noch folgen ;-)
Also bis bald (wenn auch vielleicht nicht so ganz bald…)