Da am Montag das Mondfest stattgefunden hat, stand uns ein langes Wochenende zum Reisen zur Verfügung. Somit waren wir dieses Wochenende auf einer längeren Tour unterwegs, es ging nach Nanjing (wörtlich übersetzt: „südliche Hauptstadt“).
Am Samstagmorgen ging es mit dem Express-Zug los, dabei handelte es sich noch nicht um den „Super-Train“, auf der Hinfahrt erreichten wir „nur“ 250 km/h, aber auch das ist ja schon ganz ordentlich.
Nachdem wir unser Hostel gefunden hatten, was gar nicht so einfach war, weil es sich in einem Park mit verschiedensten Künstler- und Designatteliers versteckte, bezogen wir zu fünft unser Zimmer.
Da es sich um ein 6-Bett-Zimmer handelte, wir zu fünft waren und das Hostel ausgebucht war bekamen wir noch Gesellschaft. Nach der Begrüßung und den Höflichkeitsfloskeln auf Englisch stellten wir dann fest, dass es sich bei unserem Zimmernachbarn um Peter aus Deutschland handelte, also zurück zur Muttersprache.
Dann ging es auch schon los zur antiken Stadtmauer (33 km lang, 12 m hoch und 10 m breit) und dem dazugehörigen Stadtor. So konnten wir den Mittagsspaziergang über eine Mauer machen, die echte Mauer steht aber noch aus…




Die Jungs passen gut auf


Auch hier kamen wir ums Treppensteigen nicht herum


Antike Mauer, mit schönem Kitsch, welche eine Kombination

Im Anschluss daran ging das Kulturprogramm weiter und wir gingen zum Konfuziustempel. Anbei einige schöne Fotos der antiken Stätte, ich denke allerdings, dass die Anzahl der Fotos von Tempeln mit der Zeit nachlassen wird, da sich die Tempel doch arg ähneln (hier in Tai´an waren wir auch schon in einem, das hatte ich bislang dezent verschwiegen ;-)





Anschließend haben wir uns dann was zu Essen besorgt und sind dann in die Einkaufsstraße Nanjing´s gegangen. Hier trennten sich die Wege recht schnell, fünf Leute immer in die gleichen Läden zu kriegen wäre auch wohl nicht möglich gewesen…
In der Einkaufsstraße konnte man dann auch wieder die schiere Masse der Chinesen bemerken. Eine Dozentin von uns, die schon länger in Peking wohnt, hat am Anfang immer noch gedacht, warum denn die Chinesen immer genau da sind, wo sie auch ist. Doch dann hat sie irgendwann festgestellt, dass die Chinesen einfach immer überall sind, aber seht selbst, einfach nur voll…




wie überfüllt es auch sein mag, schlafen können die Chinesen einfach immer und überall

Mein „Shoppingziel“ für den Tag bestand dann vor allen Dingen darin, Laufschuhe in Größe 46 zu finden (ich habe meine Laufschuhe nämlich zu Gunsten der Hallenschuhe zu Hause gelassen, eine Entscheidung die ich seit Tagen immer wieder bereue). Aber eine solche Größe ist in China einfach nicht zu besorgen, in jedem Laden, in dem ich durch Zeichensprache nach Größe 46 gefragt habe, wurde ich zunächst mit einem ungläubigen Blick und dann mit einem Lächeln bedacht. Die Leuten hatten wohl Spaß, aber helfen konnten sie mir leider nicht.

Die Rückfahrt zur Unterkunft war dann im Bus, die Fahrten können dabei ganz verschieden sein...


... eher angenehm im leeren Bus


... oder doch leicht beengt ;-)

Der Fortschritt ist auch an der Architektur Chinas zu erkennen, so sehen die Häuser hier des öfteren aus, und überall wird noch weiter gebaut:



Im Hostel entstanden dann die Pläne für den Abend, es stellte sich heraus, dass wir uns trennen würden. Unsere zwei Leute aus Hamburg sind in eine Disko gefahren, während wir am Samstag im Hostel geblieben sind und mit den anderen Gästen in der Bar gesessen haben. Dabei bewunderte eine unserer weiblichen Tutorinnen den Musiker, ob nun mehr für die Musik, oder aber doch für das Aussehen weiß man nicht genau. Und wenn wir es vielleicht doch wissen, dann bleibt das an dieser Stelle mal unerwähnt, oder Sonja ;-)
Die Getränke waren übrigens auch gut, das kann ich dann mal ganz objektiv beurteilen.

Sonntag nach einer erholsamen Nacht (unsere Hamburger waren auch sehr leise, als sie aus der Disko zurück kamen, zumindest waren sie selbst davon überzeugt ;-)) waren wir dann recht früh (so gegen halb neun) auf dem Weg zum „Purple Mountain“. Einem Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, unter anderem einem Mausoleum für Sun-Yat-Sen, hier mal ein paar Bilder.


Auch hier war es doch ein bisschen voll



Da die Wege auf dem Berg doch länger waren, als wir auf der Karte zunächst gedacht haben (das Problem haben wir übrigens öfter, aber wir lernen dazu…) buchten wir uns dann für den Weg zur Pagode den Minibus für die Sightseeing-Tour. Wir hatten uns schon über den günstigen Preis von nur fünf Yuen gefreut. Eine Minute später wussten wir allerdings auch warum es ein solches „Schnäppchen“ war. Wir hatten nicht die Sight-Seeing-Tour gebucht, sondern nur den Shuttle-Bus zum Parkplatz, ein weiterer Ansporn, unsere Chinesisch-Kenntnisse zu verbessern…

Von dieser Erfahrung „erfreut“ und ganz unten am Berg auf dem Parkplatz angekommen war unsere Motivation noch weitere Dinge zu besichtigen etwas verringert und so beschlossen wir dann, Essen zu gehen.
In dem von uns ausgewählten Restaurant versuchten wir dann wieder mit einzelnen Wörtern Chinesisch, dem China-Riegel und Zeichensprache Essen zu bestellen. Leider waren die Kellnerinnen nicht ganz so „auf Zack“ und wirkten irgendwie angenervt, na ja, nachher hat doch alles geklappt und wir bekamen vier verschiedene Gerichte, eines davon recht interessant, war wohl Pansen oder so was in die Richtung, auf jeden Fall Innereien, überzeugt euch selber:



Ich fand es ganz in Ordnung, die anderen haben dankend verzichten, so konnte ich mich dann mal sattessen (aber das ist bei den Portionen hier immer möglich ;-))

Auf der Straße gab es dann auch noch ein paar tolle Leckereien, wer kann zu einem Skorpion schon nein sagen???



Um uns ein wenig aufzufrischen waren wir dann bei Starbuck´s hier trafen wir eine Gruppe amerikanischer Schüler, die das gesamte Lokal mit einer Wasserschlacht unterhielten. Wir fanden es lustig. Um eine Aufgabe zu bestehen haben sie dann auch noch ein Bild mit uns allen gemacht, da haben wir natürlich auch sofort zugeschlagen, mal was anderes fürs Fotoalbum:



Am Nachmittag ging es dann zum Yangtze-Fluss. Wir fuhren mit dem Bus (in dem wir noch zwei Russen trafen, die hier in China für eine Freak-Show arbeiten, kein Witz, haben sie selber so erzählt) auf die andere Seite um über die breite und von den Chinesen selbst erbaute (darauf sind sie sehr stolz) Eisenbahn-/Autobrücke zurück zu laufen.
Diese Idee stellte sich rückblickend betrachtet allerdings als nicht sonderlich clever hinaus, man könnte sogar sagen, es war einfach nur komplett bekloppt. Denn auch hier verschätzten wir uns bei der Entfernung wohl ein bisschen, wir waren 1,5 Stunden unterwegs. Und das direkt neben einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße. Auf unserem „Fußgängerweg“ waren die kleinen Roller unterwegs, denen die Straße wohl auch zu voll und gefährlich war. Immerhin hatten wir einen guten Ausblick auf den Smog der Stadt, hier könnt ihr mal Impressionen sammeln, es war eine Erfahrung, aber noch mal brauche ich das nicht!!!


Genießt die Aussicht!!!


Gesunder Arbeitsplatz, und der stand da wirklich lange. Welche Funktion er hat, hat sich uns allerdings nicht wirklich erschlossen...


Der Fußgängerweg ist halt für alle da

Sollte die Selbstmordrate in der Stadt höher sein als auf dem Land, weiß ich zumindest jetzt die Begründung. Und auch unser einziger Raucher hatte Spaß, wir haben bestimmt genauso viele Schadstoffe eingeatmet, wie er nach 5 Jahren rauchen…

Der Abend im Hotel war dafür dann wieder sehr schön. Es war ja Mondfest und eine entsprechende Show mit traditionellen chinesischen Elementen war organisiert. Wir saßen an einem Tisch mit einer Gruppe von internationalen Studenten (u.a. Marokko, Neuseeland, Kananda, USA und Deutschland). Nachher blieben noch Marc aus Californien (der auch Chinesisch sprach), vier chinesische Touristen, sowie Anne und ich übrig. Hier hatten wir dann auch mal die Gelegenheit, unser Englisch zu verbessern mit ein paar Bier und anderen Getränken klappt das erstaunlich gut ;-).
Die Chinesen und Marc versuchten dann wiederum uns beiden Chinesisch beizubringen. Es sorgte für viel Spaß am Tisch (auch bei uns), wirklich viel gelernt haben wir befürchte ich aber nicht, na ja, diese Woche soll der Sprachkurs losgehen, ich hoffe mal, das wird was…
So schlecht wir aber Chinesisch gesprochen haben, so wenig Alkohol vertrug unser amerikanischer Landsmann, er hatte beim Weg zu den Zimmern doch eine ziemliche „Schlagseite“…
Hier ein Bild von unseren Reisebekanntschaften, für die Qualität kann ich leider nichts, das Bild habe ich per Mail von einem der Chinesen bekommen.



Am Montag besuchten wir dann noch den innerstädtischen See in Nanjing, einem echten Erholungsparadies mitten im Zentrum der Stadt. Dabei ist die Fläche echt groß, mit kleinen Inseln auf dem See, die durch Brücken verbunden sind. Schaut euch mal die Bilder an, im Hintergrund die im Smog verschwindenden Hochhäuser, vorne die schönen Parklandschaften oder kunstvoll gestaltete Figuren aus Hecken, das sind mal Gegensätze.


Kleine Fahrt mit dem Treetboot gefällig???




guckt mal im Hintergrund, der Beweisl, dass wir echt mitten in der Stadt waren


Gute Gärtner gibt es also auch in China

Zwei von uns (ich zum Glück auch) hatten ihr Gepäck den ganzen Tag dabei, dafür mussten wir dann nicht zurück zum Hostel sondern konnten noch ein bisschen die Einkaufsstraße (eine andere als die vom Samstag) anschauen und in aller Ruhe essen. Dann sind wir mit der Metro zum Bahnhof gefahren, und konnten ruhig zum Gleis. Da erging es den anderen drei doch ein bisschen anders. Sie sind zum Hotel und danach zum Bahnhof gehetzt. Irgendwie wirkten sie auch ein bisschen angeschlagen und verschwitzt, die Wege mit Gepäck können dann doch ein bisschen lang werden ;-)

Die Rückfahrt fand dann mit dem „Super-Train“, dem sogenannten G-Train statt, Höchstgeschwindigkeit 310 km/h, seht selbst:



Also schneller als der ICE, nur deutlich günstiger (umgerechnet 21,- EUR für die Strecke von 550 km, versucht das mal in Deutschland zu buchen, und hier sind die Züge, zumindest die Schnellzüge, sogar pünktlich, schöne Grüße an die Deutsche Bahn…)

So jetzt habe ich schon wieder mehr als zwei Seiten geschrieben, daher verzichte ich für heute mal auf die Beschreibung meines ersten Tutoriums, das heute stattgefunden hat. Es hat aber Spaß gemacht, und hoffe mal, es hat gut geklappt.

Mehr dazu dann demnächst.