So nach fast einer Woche Pause beim Schreiben meines Blogs kommt heute der nächste Eintrag. Es tut mir leid, dass ich so faul war, habe auch schon ein schlechtes Gewissen ;-) Die letzte Woche war aber auch echt zu viel zu tun, sodass ich schlicht und ergreifend nicht dazu gekommen bin, euch die Neuigkeiten aus dem Reich der Mitte mitzuteilen, daher an dieser Stelle mal wieder ein etwas ausführlicher Bericht zum Wochenende in Peking und zu ein paar „Events“ der letzten Woche.

So hat Hr. Haederle in der letzten Wochen einige Studenten und uns zum Essen eingeladen. Für die Studenten war es der Preis, weil sie letztes Semester bei einem Unternehmensplanspiel gewonnen hatten. Auch hier entstanden ganz lustige Fotos:
Zunächst mal streng westfälisch getrennt...


... nach Männern


... und Frauen


Dann aber auch mit allen zusammen ;-)

Zum ersten Mal stand dann am Wochenende eine Trennung unserer Tutoren-Gruppe an, da wir alle etwas andere Pläne hatten. Ich wollte wie gesagt nach Peking, in erster Linie um mich dort mit Hr. Henning, dem Ehemann unserer Dozentin, zu treffen und ihn für meinen wissenschaftlichen Aufsatz zu interviewen. Wenn man aber schon mal in Peking ist, dann nutzt man die Zeit natürlich auch für Freizeitgestaltung. Artur und Viktoria wollten gerne auf den TaiShan und haben dieses Abenteuer von Samstag auf Sonntagnacht auch erfolgreich absolviert. Anne und Sonja haben das Wochenende ebenfalls in Tai´an verbracht und unter anderem ein Gedicht für unser Institut aufgesagt, (in Chinesisch versteht sich ;-))
Somit fuhr ich als einziger „Tai´aner“ nach Peking, aber nicht, um dort alleine zu bleiben. Ich war mit den neun Tutoren aus Tayuan verabredet, eine nette Gelegenheit die auch mal wieder zu treffen.

Hier mal vorab das Wochenende der anderen Tutoren in Bildern, da ich erfahren habe, dass auch die Freunde und Verwandten von ihnen den Blog hier lesen, daher also mal die Infos vorne weg:


Artur und Viktoria vor dem Aufstieg zum TaiShan mit den Studenten, die sie begleitet haben


Und mit den Beweisfotos, das es tatsächlich richtig tolle Sonnenaufgänge auf dem TaiShan gibt



Hier dann Anne und Sonja beim Aufsagen des Gedichts...



... und beim anschließenden Gruppenfoto, irgendwie findet man uns auf solchen Fotos ja immer recht schnell

So ging es für mich am Freitagabend also mit dem Nachtzug vom Bahnhof los (zunächst hatte ich letzte Woche die falsche Karte gekauft, aber mit der Hilfe von Hr. Qiu konnte ich alles wieder beheben, ein weiterer Beweis, wie wichtig er ist…). Da nur noch wenige Karten frei waren, hatte ich den Luxus des „Soft-Sleepers“, ein abgetrenntes Abteil mit nur vier, statt der üblichen sechs Betten. Wir waren sogar nur zu zweit im Abteil, schade nur, dass mein Zugnachbar geschnarcht hat ohne Ende, und das in einer wahnsinnigen Lautstärke (mir fällt gerade auf, das ich bislang meinen Vater in meinem Blog noch gar nicht erwähnt habe, mache ich an dieser Stelle natürlich auch nicht, komisch nur, dass mir das gerade jetzt in den Sinn kommt ;-)). Somit war meine Nachtruhe um vier Uhr zu Ende, na ja, ein paar Stunden Schlaf hatte ich ja…

Ankunft in Peking war dann um viertel nach fünf morgens, und was macht man dann natürlich??? Richtig, direkt mit dem Sightseeing starten und auf zum Tian´anmen-Platz, dem angeblich größten, innerstädtischen Platz der Welt. Gebaut wurde er anlässlich der Revolution im Jahr 1949 (wie ihr seht bilde ich mich hier natürlich auch weiter, und davon sollt ihr auch ruhig was haben ;-))
Naiv, wie ich war, dachte ich natürlich, dass der Platz um die Uhrzeit etwas leerer wäre, aber da hatte ich mich wohl doch vertan. Er war voll, selbst geführte Touren wurden schon angeboten.








zu den guten Gärtnern in China hatte ich ja schon mal was gesagt, hier also ein weiterer Beweis


Die Volkskongresshallen, sozusagen das "Reichstagsgebäude auf Chinesisch"

Allerdings waren es fast ausnahmslos inner-chinesische Touristen, Europäer habe ich keine gesehen, auch wenn mich das für Peking etwas gewundert hatte. Das hatte dann allerdings auch hier den Effekt, dass meine Ausbildung zum Fotomodell ihre nächste Stufe erreicht hatte und ich mindestens zehn bis zwanzig Fotos mit verschiedensten Menschen machen durfte. Bei einer Gruppe war das allerdings sehr lustig, aber seht selbst:


Zunächst mal mit "normalen" Chinesen (die Brille habe ich noch auf, weil ich ja Nachtzug gefahren war, und mit Kontaktlinsen ist das mit dem Schlafen halt doof...)

Dann aber wurde es lustig, irgendwie war ein Krankenhaus auf Betriebsausflug, und zwar in Arbeitskleidung.




Ich habe nicht gezählt, aber es waren weit mehr als 100 Krankenschwestern...

Und irgendwann hatten die mich dann auch entdeckt, und ich glaube ich habe gefühlt mit jeder Station (so ca. 20 Schwestern) Fotos gemacht, war ganz lustig. Leider ist das folgende Bild das einzige, was ich auf mein Handy gekriegt habe, irgendwie haben die nicht so ganz verstanden, das sie mit meinem Handy auch mal ein Foto machen sollten:



Die Tutoren aus Tayuan waren bereits am Freitagabend angereist und ich war mit ihnen im Hostel verabredet, um mich ebenfalls dort einzuquartieren. Da es allerdings erst acht Uhr morgens war und ich sie nicht ganz so früh wecken wollte ging ich erst mal einen leckeren Cappuccino bei Mc´Donalds trinken, außerdem gab es ein Stück Kuchen (merke, esst keinen Schoko-Grünen-Tee-Kuchen, das ist nicht so der Brüller, der Kaffee war aber wie gesagt gut…).

So gestärkt ging es dann ins Hostel. Nach der Begrüßung der anderen ging es dann los, natürlich erst mal zum Frühstück, die anderen hatten ja noch nix und mit einem Stück Kuchen im Magen kann man ja durchaus noch einmal frühstücken ;-)
Wir waren in einem schönen Restaurant mit leckerem, europäischen Frühstück. Es gab alles, was das Herz begehrt, leckeres Brot und Brötchen, Käse, Aufstrich, Spiegeleier, Omelette, Würstchen, Speck, Früchte, Müsli, Joghurt, frische Milch usw. ;-) Insbesondere die Tayuan´ner waren begeistert, ihnen ging geradezu das Herz auf. Bei Ihnen im Hotel gibt es immer nur warmes, weiches Frühstück, eine Wohnung hat da also doch so ihre Vorteile, auch wenn man selber putzen muss…

Nachdem wir uns alle einmal (oder zweimal…) gestärkt hatten konnte die Sightseeing-Tour beginnen. Erstes Ziel war die verbotene Stadt in Peking. Hier wohnte über 500 Jahre lang der Kaiser mit seinen, aufgepasst (!!!), über 5000 Frauen. Ja, ihr lest richtig, 5000 Frauen, deswegen war es wie gesagt auch über 500 Jahre lang verboten die Stadt zu betreten, erst 1949 nach der Revolution durch Mao durfte man wieder herein. Beaufsichtigt wurden die Frauen übrigens von Eunuchen, sollte jemand nicht wissen, was das ist könnt ihr ja mal bei Wikipedia nachschauen, es gibt auf jeden Fall angenehmere Dinge ;-)
Hier die Fotos zum Event:


Voll war es natürlich auch hier, der Weg zum Eingang




Achtet mal auf die Größenverhältnisse, beeindruckend große Gebäude, aber 5000 Frauen müssen ja auch irgendwo wohnen ;-)








Nachmittags trennten sich dann unsere Wege, ich musste zu meinem Interview-Termin mit Hr. Henning. Dazu nutzte ich die U-Bahn (für 2 Yuen kann man so weit fahren, wie man möchte, in ganz Peking, richtig günstig) und ein Taxi. Unser Treffpunkt, der „798 Art District“ lag nämlich etwas außerhalb. Die Fahrt hatte sich aber auf jeden Fall gelohnt, Café´s, Kneipen, Restaurants, Atteliers, Foto-Studios, Straßenmaler, es ist das neue „In-Viertel“ Pekings, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Das Interview selbst war dann auch sehr ergiebig, ich habe jetzt sogar schon eine Ahnung, worüber ich meine Bachelor-Thesis schreiben könnte, juhu…

Dann ging es (etwas unter Zeitdruck) zurück ins Hostel, um halb acht war ich mit den anderen zur Weiterfahrt zu Schindler´s Tankstelle verabredet. Es reichte noch um mich umzuziehen und mir etwas Wasser ins Gesicht zu „werfen“. Schindlers Tankstelle ist ein deutsches Restaurant, mit echtem deutschem Essen und verschiedenen Bieren aus Deutschland (für mich gab es dann auch ein, zwei, drei… leckere Weizen, das findet man sonst eher selten).

Sollte jemand mal Interesse haben, hier die "Anweisung" für den Taxifahrer (inkl. chinesischer Zeichen):




Schaut mal wie glücklich alle reinschauen, Schnitzel mit Pommes…




Stewardessen?!


Da Marco am Sonntag noch Geburtstag hatte, ging es nach dem Essen weiter zu einem Club, um entsprechend in den Geburtstag reinzufeiern.
Und man kann sagen, das ist uns auch ausgezeichnet gelungen, Einzelheiten bleiben aber innerhalb der Gruppe, muss ja nicht alles in einen Blog rein ;-)
Seit dem Abend hatte ich dann auch meinen Spitznamen (Tai´an, wie kreativ ;-)) weg, so ist das halt, wenn man als einziger von unserem Standort dazu stößt…

Nachdem wir am nächsten Morgen etwas länger geschlafen hatten und dann (manche mehr, manche weniger) fit waren ging es weiter in der Sightseeing-Tour, die Olympia-Stätten standen auf dem Programm.
Fazit:
• beeindruckende Architektur
• Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, dass seit Olympia 2008 keine Sportveranstaltungen mehr hier stattfinden
• Smog gibt es in Peking genug
• Wenn die Chinesen etwas aufziehen, dann auch richtig und imposant


Im Hintergrund im Smog zu erahnen, das "Vogelnest"


Noch mal aus der Nähe


Aquatic Center


Ja, ich war wirklich hier ;-)


interessante Architektur, aber ich habe keine Ahnung, wofür das gut sein soll...


Und was kann man auf diesem Bild besonders schön an den Laternen erkennen???
Richtig, den Smog, weil irgendwann sieht man halt keine Laternen mehr...

Da es nun schon früher Nachmittag war mussten wir langsam schon den Heimweg planen, unsere Züge gingen jeweils so gegen sechs Uhr. Also machten wir uns mit der U-Bahn auf Richtung Hostel, die anderen mussten noch ihr Gepäck holen, ich hatte meines zwar dabei, wollte aber auch noch in die Einkaufsstraßen, die es in der Nähe gab.
Hier liefen wir noch einmal durch, es gab noch Eis, und dann ging es zum Bahnhof und mit dem Zug zurück.

Ziemlich müde und erschöpft (man merkte doch irgendwie den Schlafmangel von Samstag ;-)) war ich dann gegen halb zehn wieder in Tai´an und nach dem kurzen Austausch mit den anderen Tutoren konnte ich dann auch gut schlafen.

Diese Woche laufen die Tutorien im Fach Markets, also Mikroökonomik, an. Es ist ganz angenehm, vom Stoff her ist es auch zu schaffen.

Ganz aktuell laufen schon wieder die Planungen für die „Golden Week“, die nächste Woche ist. Also frei und viel Reisen, Samstag geht es los. Was wir genau geplant haben dann in den nächsten Tagen im Blog, diesmal wird es auch keine Woche dauern, bis ich mal wieder was schreibe, versprochen…

Bis bald,