So, nachdem ich nun doch sehr „reiselastig“ berichtet habe kommen hier mal wieder ein paar Infos rund um den Alltag hier in China, den gibt es natürlich auch noch.

Am Sonntagabend waren wir Billard spielen. Hr. Häderle hatte uns zum Anlass von Viktorias Geburtstag eingeladen. Und ohne die Einladung und die Ortskenntnisse hätten wir diese Bar/diesen Billardsalon auch wohl nicht gefunden. Man musste in eine etwas kleinere Nebengasse und in einen fast normalen Hauseingang hineingehen. Das war auch alles noch in Ordnung, spätestens beim Einstieg in den Fahrstuhl wären wir ohne das Wissen, dass oben eine Bar ist, aber wohl wieder umgekehrt. Der Geruch wirkte irgendwie nicht ganz sooooo einladend ;-)
Na ja, sei es wie es sei, die Möglichkeiten Billard zu spielen waren dafür hervorragend. Das lässt sich vor allen Dingen für die „äußeren Bedingungen“ behaupten, unsere persönlichen Möglichkeiten waren da doch eher limitierter…
Aber, Spaß hatten wir trotzdem, unsere Spiele haben halt immer nur etwas länger gedauert, als an den Nebentischen, positiv formuliert könnte man auch sagen: Wir haben die Spiele einfach mehr genossen…

Am Montagmorgen stand dann, wie inzwischen schon gewohnt, unser Sprachkurs auf dem Programm.Zwei Mal in der Woche versuchen wir, unser Chinesisch ein wenig auszubauen, bzw. erst einmal überhaupt aufzubauen…
Inzwischen machen wir sogar ganz gute Fortschritte, die Grundlagen der Kommunikation beherrschen wir schon. Anne und ich versuchen immer mal wieder mit Studenten oder anderen Leuten ins Gespräch zu kommen, sozusagen unser Test, ob uns auch andere Leute als die Sprachlehrerin verstehen ;-)
Und große Überraschung, meistens klappt das sogar, also, ein bisschen was werden wir wohl mitnehmen, auch wenn diese Sprache mit gefühlt eintausend verschiedenen Tönen doch ganz schön schwierig sein kann.

Am Dienstag stand dann nicht nur das normale Tutorium an, auch die Klausuraufsicht im ersten Semester musste bewältigt werden. Leider haben zwei Studenten versucht zu spicken, einer war dabei doch recht kreativ. Er hatte sich die Infos auf den Studentenausweis geschrieben, na ja, auch das wurde von Hr. Qiu entdeckt. Ansonsten waren aber alle ehrlich und haben die Klausur mit (hoffentlich gutem) Erfolg überstanden.

Ein Highlight war dann eine Radioshow am Donnerstag. Anne wurde von verschiedenen Studenten gefragt, ob wir uns nicht an einer Radioshow des Campussenders beteiligen möchten. Unser Institut war für die Gestaltung einer Sendung zuständig. Nachdem hier in China also schon die Grundlagen für eine Schriftstellerkarriere gelegt wurden, haben wir jetzt auch die ersten Schritte „On air“ genommen und können behaupten, dass wir schon mal im Radio waren.
Die Aufgabe war dabei durchaus zu bewältigen, wir mussten einen Artikel einer deutschen Zeitung vorlesen, bei dem es um die verpflichtende Einführung eines I-Pods bzw. eines I-Phones (das gibt es hier übrigens auch für 89,- EUR, ganz „original“ versteht sich ;-)) in einer amerikanischen Uni ging. Da konnte ich dann sogar spontan mit einsteigen und somit konnten Anne und ich dann Radiominuten sammeln. Nach Aussage von Sonja, die den Beitrag live gehört hat, konnte man uns auch verstehen. Fazit: Wir sind nach wie vor der deutschen Sprache mächtig, Lesekompetenz reicht noch für das chineische Radio ;-)


Richtig gut eingerichtetes Studio

Ansonsten steht heute noch der Geburtstag von Anne auf dem Programm, also jetzt noch ein bisschen Frühstücken, dann Arbeiten (ja, auch das muss sein) und heute abend in ein Restaurant und KTV oder Bar, mal sehen, was wir noch so finden.
Das Wochenende ist ansonsten ein bisschen ruhiger, am Samstag werden wir mal einen Tagesausflug nach Jinan machen, am Sonntag dann hier am Campus bleiben und ein bisschen mit den Studenten Tischtennis und/oder Badminton spielen. So ein ruhigeres Wochenende ist ja auch mal nicht ganz verkehrt, vielleicht komme ich dann auch mal schneller dazu, den nächsten Eintrag zu schreiben. Ich habe noch keine Ahnung, wozu mir da mal was einfällt, lasst euch überraschen
Bis dahin,