Wie ihr euch vielleicht noch erinnern könnt, wollten wir die kommenden Wochenenden ja eher in Tai´an bleiben, um die Zeit zur Erholung oder für unsere Seminar- oder Bachelor-Arbeiten zu nutzen. Außerdem dachten wir, dass es so einfacher ist mal ein bisschen Geld zu sparen. Die guten Vorsätze waren also alle auf jeden Fall vorhanden, bei den guten Vorsätzen ist es dann allerdings auch geblieben ;-)
Wir bekamen nämlich am Dienstagabend einen Anruf von Micha, einem Tutor aus Tayuan. Er erzählte uns, dass einige „Tayuan´er“ am Wochenende nach Peking wollten. Da es das letzte mal schon recht lustig war, als ich mich dort mit ihnen getroffen hatte, überkam uns die Idee, das ganze doch mal zu wiederholen. Zum Glück gab es noch Zugtickets und auch im Hostel waren noch Zimmer frei, sodass es nun am Freitagabend für Sonja, Anne und mich nach Peking geht, um Sonntagabends dann wieder zurück zu fahren. Unsere Hamburger Tutoren fahren über das Wochenende nach Datong um sich dort die hängenden Klöster anzuschauen, ihr seht also, ein buntes Wochenende steht vor der Tür.

Ich habe versucht die meisten Zug- und Flugtickets zu sammeln, sie vermitteln schon ein recht gutes Bild unserer „Reisefreude“:



Neben der Tatsache, dass wir hier versuchen die chinesische Sprache ein wenig zu lernen, möchten wir natürlich auch möglichst viel von der Kultur hier im Land mitbekommen. Für uns gehört zur Kultur selbstverständlich auch das Essen, das merkt ihr an den bisherigen, zahlreichen Einträgen zu diesem Gebiet. Aber auch das Alltagsleben bietet einiges Wissenswertes. So versuchen Anne und ich seit ungefähr zwei Wochen das chinesische Schach („Xiang qi“) zu lernen. Es ist dem europäischen Schach schon ähnlich, allerdings gibt es Unterschiede bei den Figuren und den „Zugregeln“. Die Regeln beherrschen wir schon alle, allerdings ist das chinesische Schach in dieser Beziehung genau wie das europäische Schach: „Die Regeln zu lernen geht schnell, das Spiel zu lernen dauert ein Leben lang“ ;-)

Spielen Anne und ich gegeneinander, so ist das Spiel normalerweise recht ausgeglichen, und niemand verliert haushoch (nur fürs Protokoll, momentan stehen noch mehr Siege auf meiner Seite als auf Anne´s ;-)). Anders sieht das dann schon aus, wenn Chinesen zu einer unserer „Trainingseinheiten“ dazu stoßen und spontan auf ein Spiel sitzen bleiben um uns mal zu zeigen wie das richtig geht. Einer der Fahrer der Universität kam beispielsweise mal ins Büro um etwas mit Hr. Qiu, ähm ich meine natürlich Ruolong (;-)), zu besprechen. Da hatte er auch schon uns beiden entdeckt und wollte gerne gegen uns spielen. Netterweise hat Anne mit dann den Vortritt überlassen, sie wusste schon warum…


Es hatte schon seinen Grund, warum der Fahrer so zufrieden lächelt und ich doch eher recht verzweifelt dreinschaue.

Trotz der zahlreichen Tipps meines Gegenübers und den Hinweisen bei dem ein oder anderen Zug, dass ich diesen doch besser noch einmal überdenken sollte, geriet ich bei dem Spiel mehr und mehr in Rückstand. Gegen fünf vor zehn hatte der Fahrer dann auf die Uhr geschaut. Unsere Vermutung war, dass er gegen zehn Uhr den nächsten Termin hatte, denn auf einmal machte er ernst. Und dann dauerte es noch genau diese paar Minuten, bis ich „Schachmatt“ war. Eine lustige Erfahrung und der Beweis, dass wir noch ein bisschen üben müssen.

Ich hatte euch ja vor einiger Zeit in einem Blogeintrag mal versprochen, ein Foto nachzureichen, sobald ich es habe. Dabei handelt es sich um das Gruppenfoto mit dem siebten Semester, also dem, das wir zwar nicht mehr unterrichten. Trotzdem ist es ganz lustig:



Na findet ihr die Tutoren (und ich stehe wirklich in der untersten Reihe, und nicht auf einem Stuhl oder so etwas ;-))